Mittwoch, 25. August 2010

Asklepios macht Homberger Krankenhaus platt

Nun hat man es also geschafft, Homberg ist demnächst eine Kreisstadt ohne Krankenhaus, ohne stationäre medizinische Grundversorgung. Plattgemacht von einem profitgierigenorientierten Krankenhauskonzern.

Ist der Bürgermeister schon eine Zumutung für das Ansehen der Kreisstadt des Schwalm-Eder-Kreises, nun auch noch die Schließung der stationären Klinik. Wenn's kommt, dann kommt's dicke. Da muß man sich fragen, ob Homberg den Status als Kreisstadt des Schwalm-Eder-Kreises überhaupt noch verdient. Einen umstrittenen Bürgermeister, kein Amtsgericht, kein Finanzamt, kein Kino, eine ausgestorbene Innenstadt, ein dürftiges Angebot an Fachgeschäften und gutbürgerlicher Gastronomie, dafür aber eine Dönermeile in der Stadt und - ganz aktuell - kein Krankenhaus mehr.

Ich denke mal, manch Homberger Notfallpatient wird demnächst in's Gras beißen, bevor er überhaupt eine Asklepios-Klinik in Melsungen oder Schwalmstadt von innen gesehen hat. Zeit ist Leben, gerade bei Notfällen, da sind Minuten kostbar.

Leben in Homberg wird demnächst lebensgefährlich. Danke Asklepios, für den Schritt zum sozialverträglichen Ableben.

Was ist an Homberg eigentlich noch attraktiv, so attraktiv um dort wohnen zu wollen, vielleicht sogar ein Haus z. B. im Mühlhäuser Feld zu bauen? Was machen Sie, wenn Sie Krankenhausbetreuung benötigen und dazu auch noch alt sind? Hinzu kommt, dass die Anbindung Hombergs an öffentliche Verkehrsmittel alles andere als gut ist.

Wer kann macht einen großen Bogen um Homberg!

Eine Möglichkeit sehe ich noch für Homberg - Museumsstadt für den Hessenpark in Neu-Anspach. Jetzt wäre eine gute Zeit für den Bürgermeister, sich schon mal als Kurator beim Hessenpark zu bewerben.

Update: 26.08.10

Ein Lichtblick ist, daß die ambulante innere Abteilung, die chirugische Ambulanz, die onkologische Tagesklinik, sowie die Dialyse und eine gynäkologische Praxis weiterhin am alten Standort verbleiben. So ist wenigstens die ambulante medizinische Versorgung weiterhin gesichert und im Homberger Klinikum gehen die Lichter nicht ganz aus. Wünschenswert wäre, dort Facharztpraxen z. B. für Neurologie und Dermatologie einzurichten, die bisher in Homberg fehlen.

Sonntag, 10. Januar 2010

Der Biobauer rudert zurück

Es war einmal ein Biobauer aus dem Homberger Stadtteil Mühlhausen der plante, einen Mitgliederladen auf dem Homberger Marktplatz zu eröffnen, weil eben dieser Marktplatz, wie die übrige Stadt an der Märchenstrasse, in tiefem Dörnröschenschlaf, eher muss man schon sagen, Rotkäppchenkoma liegt.

Den Biobauern gibt es noch und auch Homberg ist (noch) nicht aus dem Rotkäppchenkoma erwacht. Nun meinte der Biobauer, daß der Homberger Marktplatz zwar sehr schön gestaltet sei, da kann man geteilter Meinung sein, jedoch nicht dazu beigetragen hat, für die Innenstadtkaufleute zu einem zentralen Handelsplatz zu werden. Wie der Biobauer argumentierte, hätte das auch mit der Ausweisung der Fußgängerzone im Marktbereich zu tun. Ich bin da anderer Meinung, zumal sich die Situation seit einem Jahr geändert hat und der Marktplatz über die Marktgasse mit dem Auto zu erreichen ist.

Der Biobauer aus Mühlhausen wollte also antreten um durch die Einrichtung eines Mitgliederladens den Marktplatz attraktiver zu gestalten.

Nun wird zurückgerudert, bis Mühlhausen zum Hofladen des Biobauern.

Es scheint also erstmal nichts daraus zu werden, den Homberger Marktplatz mit dem Projekt Mitgliederladen attraktiver zu gestalten. Mit nur 92 verbindlichen Zusagen, sich in Sachen Einkauf von Biowaren vom Mühlhäuser Biobauern abhängig machen zu wollen, ist die Sache wohl für den Biobauer nicht attraktiv genug. Als Argument meint der Biobauer in einem Bericht des Kasseler Frühstücksblättchens (HNA) vom 8. Januar, " kaum jemand wolle Körbe voller Lebensmittel oder einen Sack Kartoffeln zur Wallstraße oder zum Reithausplatz tragen".

Wieso denn das? Der Marktplatz ist doch wieder befahrbar, so wie das von den Innenstadtkaufleuten gefordert wurde. Abgesehen davon: Hat der Biobauer schon mal daran gedacht, den Kunden vielleicht den Service zu bieten, die Ware zum Auto zu bringen? Das müsste ihm doch seine Kundschaft wert sein.

Ich denke mal eher, die Homberger sind doch nicht ganz so dumm, ihre freie Kaufentscheidung für Bio-Lebensmittel aufzugeben.

Dafür will nun der Biobauer so quasi durch die Hintertür doch noch sein Projekt Mitgliederladen durchdrücken. Ab Februar will er seinen Hofladen in Mühlhausen zum Mitgliederladen umfunktionieren. Das zeigt erstmal, wie sehr es dem Biobauer darum geht, den Homberger Marktplatz attraktiv zu gestalten. Ich denke mal, es geht eher um Profit. Um Profit ohne nennenswertes unternehmerisches Risiko, das sollen nämlich die Mitglieder des Projekts tragen.

Man muß sich auch die Frage stellen, ob der Biobauer für sein abgespecktes Mitgliederladen-Projekt in Mühlhausen auch von der Homberger Stadtverwaltung finanziell protegiert wird, wie das für den Standort Marktplatz angedacht war. Wundern würde mich das nicht.

Ob der Einkauf im Mitgliederladen des Biobauern in Mühlhausen nun ein Schnäppchen wird, das wage ich mal zu bezweifeln. Laut den AGB's des Biobauern beläuft sich der Monatsbeitrag für eine Mitgliedschaft auf 19 Euro für jede erwachsene Person eines Haushalts - in der Regel also zwei Personen. Das macht dann 38 Euro pro Monat dafür, um im Mitgliederladen des Biobauern in Mühlhausen einkaufen zu dürfen. Dafür bekommt man dann Produkte aus biologischem Anbau zum Mitgliedspreis. Um vom Mitgliedspreis profitieren zu können, muß man dann schon für ca. 60,00 Euro und mehr pro Monat beim Biobauer einkaufen. Angeblich werden ökologische Kriterien, wie geringe Transportwege, Mehrwegeverpackung, Pfandsysteme und eine umweltverträgliche Erzeugung der Ware berücksicht, was immer das auch heißen mag. Wenn ich da an die Sache mit den Bio-Eiern denke, kommen mir berechtigte Zweifel.

Biologische Produkte bekomme ich beim Discounter wie LIDL und ALDI ebenso wie im Supermarkt. Ob die Produkte nach ökologischen Kriterien hergestellt wurden, kann ich beim Discounter und Supermarkt ebensowenig nachprüfen wie beim Biobauer.

Wer Lebensmittel und Bioerzeugnisse aus der Region einkaufen will, die nicht "industriell" erzeugt wurden, um die hiesigen Erzeuger zu unterstützen, der muss nun nicht unbedingt gleich zum zahlenden Mitglied eines Bioladens werden, "sich zum Laden bekennen", wie der Biobauer es feinsinnig umschreibt. Sie kaufen ja auch nicht eine Kuh, wenn Sie mal ein Glas Milch trinken wollen. Zum Beispiel bietet REWE seit einiger Zeit Lebensmittel und Bioerzeugnisse aus der Region an, zu handelsüblichen Preisen und ohne Mitgliedschaft bei REWE selbstverständlich.

Dienstag, 5. Januar 2010

Aufruf zur Verschwendung

Ab 1. Januar beträgt der Preis für einen Kubikmeter Abwasser 4,48 Euro. Grund für die Erhöhungen seien die gewaltigen finanziellen Belastungen, die die Stadt durch die Kanalerneuerungen tragen muss, heißt es in der Parlamentssitzung von 2009, in der die Homberger Parteifraktionen in seltener Einmütigkeit und fast enthaltungslos beschlossen haben, die Homberger Bürger weiter abzuzocken und die Gebühr für das Abwasser in mehreren Schritten anzuheben. Mit der Summe von 4,48 Euro liegt Homberg im Vergleich weit vorne: In Melsungen kostet der Kubikmeter Abwasser 2,15 Euro, in Fritzlar 2,90 Euro.

Als Mieter ist man nun in Homberg ganz blöde dran und man kann nur jedem raten, der sich mit dem Gedanken trägt, in Homberg ein Haus oder eine Wohnung zu mieten, einen großen Bogen um diese ungastliche Kreisstadt an der Efze zu machen. Erschließungsbeiträge, die eine Gemeinde z.B. für den Straßenbau erhebt, dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden. Erschließungkosten gelten als Teil der Investititionskosten für das Gebäudegrundstück.

In Homberg bezahlen die Mieter nun aber die Erschliessungskosten über die verbrauchsabhängigen Abwassergebühren mit. Finanzieren also über diesen Weg die Erschliessungskosten, die der Vermieter nicht auf die Mieter umlegen darf. Damit finanzieren sie dem Vermieter unzulässigerweise die Investitionskosten für sein Gebäudegrundstück.

Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Wenn’s um’s raffen geht, dann sind sich alle Parteifraktionen einig, nur wenn man sich profilieren will, dann hackt man schon mal ein wenig nach den anderen, aber ernstlich weh tun will man sich natürlich nicht.

Es ist sicherliche kein Zufall, wenn gerade kurz nach Inkrafttreten der neuen Abwassergebühr in der Printausgabe der HNA - Nordhessens Frühstücksblättchen vom 4.1.10 dazu aufgerufen wird, die Verbraucher sollten nicht immer Wasser sparen.

Wie die Kasseler Gazette meldet, hat das Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg in 2009 weniger Wasser abgegeben, als noch ein Jahr zuvor. Der Trend geht eindeutig zum geringeren Wasserverbrauch, stellt der Betriebsleiter des Gruppenwasserwerks fest.

Nun geht der Appell an die Bürger, mit dem Wasser nicht zu geizig umzugehen, denn das Wasser, nach Gebrauch auch Abwasser genannt, wird dringend gebraucht um die Kanalisation zu reinigen. Es bestehe keine Notwendigkeit, Wasser zu sparen, denn Wasser fließe in der Region aus schier unerschöpflichen Quellen, verlautet aus dem Gruppenwasserwerk.

Das neue Jahr geht aber verdammt schnell rum, man könnte meinen heute sei bereits der erste April! Soll man nicht mit den Ressourcen der Natur sparsam und pfleglich umgehen? Man verschweigt in dem Beitrag die drastische Erhöhung der Abwassergebühr für die Homberger Bürger geflissentlich, schliesslich soll ja der Bürger auf seine Kosten die Rohrleitungen des Gruppenwasserwerks durchspülen - für 6,34 Euro pro Kubikmeter Wasser und Abwasser.

Geht' s denn noch?

Es wird sich auch in 2010 in Homberg nichts ändern, die Bürger werden genauso für dumm verkauft, wie in 2009 und vorher.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Homberg dreht die Zeit zurück

Am Samstag, den 10. Oktober wird in Homberg die Zeit zurückgedreht. Leider allerdings nur in der Stadthalle und nur für ein paar Stunden.

Unter dem Motto "Eine Reise durch die 50er und 60er Jahre" präsentiert der Homberger Kulturring e.V. eine Mischung aus Moderation, Show und Musik aus jener Zeit. Angeschlossen ist eine kleine Ausstellung mit Möbeln, Oldtimern und Gebrauchsgegenständen aus dieser Zeit. Interessant ist sicherlich die umfangreiche Bilderausstellung.

Wer gerne in lukullischen Erinnerungen schwelgen möchte, der kommt mit Speisen und Getränken im Stil der 50er und 60er Jahre nicht zu kurz.

Beginn der Show ist um 19.30 Uhr, Einlaß bereits ab 17.30 Uhr.

Zur Einstimmung auf den tollen Event empfehle ich schon mal die entsprechende Musik bei Memoryradio. (Klick oben rechts auf WinAmp oder MediaPlayer.)

Übrigens, Heinz Erhard ist für den Event des Homberger Kulturring e.V. nochmal auferstanden und hat sein Kommen zugesagt, steht jedenfalls im Veranstaltungskalender der Homberger Webpräsentation:

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Was es alles gibt?

Da darf man echt gespannt sein und dann sind die 12,00 Euro Eintritt an der Abendkasse auch gut angelegt.

Dienstag, 22. September 2009

Heiteres Bio-Preiseraten auf dem Marktplatz

Am letzten Samstag war Preiseraten am Stand beim Biobauer auf dem Marktplatz. Ausser an einer grünen Kiste mit ein paar einsamen Kasseler Strünckchen war am gesamten Warenangebot keine Preisauszeichnung noch irgend eine Beschriftung vorhanden. Nada - Nichts.

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Somit war auch nicht ersichtlich, ob dort überhaupt Bioware, z. B. von Bioland, aus welchem Herkunftsland und welche Handelsklassen angeboten wurden. Die Informationen für den Verbraucher, ob die Produkte bio oder konventionell sind, fehlten völlig. Die Verbraucher müssen jedes Produktetikett genau lesen können, um zu wissen, was sie kaufen. Grundsätzlich hätte in den grünen Kisten auch konventionelle Ware vom Discounter sein können.

Vielleicht sollte sich der Biobauer mal die Preisabgabenverordnung ansehen, die eindeutig besagt:

§ 1 Grundvorschriften

(1)Wer Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise Waren oder Leistungen anbietet oder als Anbieter von Waren oder Leistungen gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt, hat die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile zu zahlen sind (Endpreise). Soweit es der allgemeinen Verkehrsauffassung entspricht, sind auch die Verkaufs- oder Leistungseinheit und die Gütebezeichnung anzugeben, auf die sich die Preise beziehen. Auf die Bereitschaft, über den angegebenen Preis zu verhandeln, kann hingewiesen werden, soweit es der allgemeinen Verkehrsauffassung entspricht und Rechtsvorschriften nicht entgegenstehen.

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§ 2 Grundpreis

(1) Wer Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise Waren in Fertigpackungen, offenen Packungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbietet, hat neben dem Endpreis auch den Preis je Mengeneinheit einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile unabhängig von einer Rabattgewährung (Grundpreis) in unmittelbarer Nähe des Endpreises gemäß Absatz 3 Satz 1, 2, 4 oder 5 anzugeben. Dies gilt auch für denjenigen, der als Anbieter dieser Waren gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt. Auf die Angabe des Grundpreises kann verzichtet werden, wenn dieser mit dem Endpreis identisch ist.

(2) Wer Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise unverpackte Waren, die in deren Anwesenheit oder auf deren Veranlassung abgemessen werden (lose Ware), nach, Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbietet oder als Anbieter dieser Waren gegenüber Letztverbrauchern unter Angabe von Preisen wirbt, hat lediglich den Grundpreis gemäß Absatz 3 anzugeben.

(3) Die Mengeneinheit für den Grundpreis ist jeweils 1 Kilogramm, 1 Liter, 1 Kubikmeter, 1 Meter oder 1 Quadratmeter der Ware. Bei Waren, deren Nenngewicht oder Nennvolumen üblicherweise 250 Gramm oder Milliliter nicht übersteigt, dürfen als Mengeneinheit für den Grundpreis 100 Gramm oder Milliliter verwendet werden. Bei nach Gewicht oder nach Volumen angebotener loser Ware ist als Mengeneinheit für den Grundpreis entsprechend der allgemeinen Verkehrsauffassung entweder 1 Kilogramm oder 100 Gramm oder 1 Liter oder 100 Milliliter zu verwenden. Bei Waren, die üblicherweise in Mengen von 100 Liter und mehr, 50 Kilogramm und mehr oder 100 Meter und mehr abgegeben werden, ist für den Grundpreis die Mengeneinheit zu verwenden, die der allgemeinen Verkehrsauffassung entspricht. Bei Waren, bei denen das Abtropfgewicht anzugeben ist, ist der Grundpreis auf das angegebene Abtropfgewicht zu beziehen.

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Kann man glauben oder lassen.

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§ 4 Handel

(1) Waren, die in Schaufenstern, Schaukästen innerhalb oder außerhalb des Verkaufsraumes aufs Verkaufsständen oder in sonstiger Weise sichtbar ausgestellt werden, und Waren, die vom Verbraucher unmittelbar entnommen werden können, sind durch Preisschilder oder Beschriftung der Ware auszuzeichnen.

(2) Waren, die nicht unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 im Verkaufsraum zum Verkauf bereitgehalten werden, sind entweder nach Absatz 1 auszuzeichnen oder dadurch, dass die Behältnisse oder Regale, in denen sich die Waren befinden, beschriftet werden oder dass Preisverzeichnisse angebracht oder zur Einsichtnahme aufgelegt werden.

Ich denke mal, eine ansprechende Warenpräsentation inklusive Beschriftung und saubere Behältnisse am Marktstand würden sich nicht nachteilig auf den Umsatz auswirken, aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung. Mein Lieblingsbiobauer ist dieser Anbieter nicht und wird er auch nicht werden.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Bio oder nicht Bio - die Preisfrage

Am vergangenen Samstag, den 11. Juli bot es sich an, einen kleinen Streifzug in Bildern durch das preisliche Niveau des Mühlhäuser Biobauern auf dem Homberger Marktplatz zu unternehmen.

Hier das Resultat:

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Eben noch ein einfaches Bio-Ei für 0,35 Euro/Stück....

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...und zehn Minuten später aufgenommen war's ein BIOLAND-Ei, der Preis hat sich nicht geändert.

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Blumenkohl gibts im Herkules Supermarkt für sagenhafte 0,99 Euro/Stück

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Herkunft beim Biobauern unbekannt, wir haben sie im REWE für 1,25 Euro/kg gekauft. Bei LIDL gibt es Bio-Kartoffeln "Nicola" für 1,69 Euro pro 1,5 Kg.

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Im Herkules Supermarkt zahlt man für eine Kohlrabi 0,39 Euro

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Im Herkules Supermarkt kostet der Wirsing 0,99 Euro/kg.

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Möhren gibts bei EDEKA in Bio-Qualität aus Deutschland für 0,99 Euro/kg. Ebenso bei LIDL.

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REWE bietet Rispentomaten mit Bio-Siegel an, das Kilo für 1,49 Euro

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Vor einiger Zeit wurde tatsächlich das erste Bio-Krankheitsbild entdeckt, die Orthorexia. Der Name ist von Magersucht (Anorexia nervosa) abgeleitet und beschreibt Menschen, die nur zu sich nehmen können, was gesund und bio ist.

Hoffentlich sind Sie davon nicht betroffen.

Bevor Sie sich für den Kauf der teuren Bio-Erzeugnisse des Biobauern entscheiden, oder sogar Mitglied in seinem Mitgliederladen-Projekt werden, sollten Sie diesen Artikel lesen. Wenn Sie dann immer noch meinen, es müssten Bio-Erzeugnisse sein, die gibts auch im Supermarkt und beim Discounter, wie LIDL und ALDI in guter Bio-Qualität und zu bezahlbaren Preisen.

Gelbstich

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Rechts das BIOLAND-Ei vom Biobauern, links ein Ei von einem Freilandhuhn.

Die Farbe des Eidotters sagt nichts über die Qualität oder den Nährstoffgehalt des Eies aus. Sie ist lediglich abhängig von der Futtermittelzusammensetzung, insbesondere vom Gehalt an Pigmenten. Hühner, die im Sommer viel Grünfutter aufnehmen, legen Eier mit einer kräftigen Dotterfarbe. Auslöser sind die sogenannten Carotinoide, die man in der Natur fast überall findet, wo es sich um gelbe bis orangerote Farben dreht. Natürliche Farbstoffe (z.B. Carotinoide) kommen in Gras, Kräutern, Mais und dergleichen vor, daher weisen Eidotter aus Freilandhaltung ein schönes Gelb auf.

Die Dotterfarbe kann aber je nach Jahreszeit schwanken. Alte oder kranke (verwurmte) Hühner hingegen legen Eier mit hellem Dotter.Weil dem konventionellen Hühnerfutter (für Bodenhaltung) künstliche Farbstoffe beigemischt werden, um das Eigelb intensiver zu färben, ist die Dotterfarbe leider kein Qualitätszeichen mehr!

Muß ich mir um das BIOLAND-Huhn nun Sorgen machen?

Hexerei mit Ei

Am Samstag wieder mal den Biobauer aus Mühlhausen an seinem grün-weiß gestreiften Stand auf dem Homberger Marktplatz besucht. Benjamin war nicht mehr da, heute bediente eine "Benjamine" die Kunden. Heute gab es keine abgepackten Eier, heute befanden sich die Eier - alle schön Öko-kontrollgestempelt - auf einer Palette und wurden nach Bedarf in einen Eierkarton von BIOLAND umgepackt. Damit lässt sich auch nachvollziehen, wo das Ei herkommt, aus einem zertifizierten BIOLAND-Betrieb.

Bilder hochladenMit dem Mindesthaltbarkeitsdatum der Eier tat sich der Biobauer noch schwer. Das stand nämlich nicht auf dem BIOLAND-Eierkarton. Darauf angesprochen musste das die Benjamine erst bei der Biobäuerin erfragen, um es dann auf den Eierkarton zu schreiben. Handsigniert sozusagen, das hat man nicht alle Tage. Wie gut, dass es Handys gibt, sonst hätte man vermutlich würfeln müssen.

Ganz besonders interessant fand ich, wie schnell der Biobauer aus einem einfachen Bio-Ei ein BIOLAND-Ei macht. Glauben Sie nicht? Sehen Sie selbst:

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Eben noch ein einfaches Bio-Ei für 0,35 Euro/Stück....

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...und zehn Minuten später aufgenommen war's ein BIOLAND-Ei, auch noch für 0,35 Euro, nehme ich mal an, Zentimeter werden ja nicht gemeint sein. Wenn man dem Öko-Stempel auf dem Ei trauen darf ist es tatsächlich ein BIOLAND-Ei.

Für was dann das Herumgeeiere mit der Auszeichnung? Auch die Währung sollte man schon hinter den Preis schreiben, wahrscheinlich sind hier Euro gemeint, nicht dass die Kunden noch denken, man könnte mit DM oder in Lire bezahlen. Oder darf sich das der Kunde aussuchen?

Ich denke mal, da muss der Biobauer noch einiges lernen, bis er sich an das Mitgliederladen-Projekt herantrauen sollte, wenn es bei so einfachen Dingen schon klemmt.

Dienstag, 7. Juli 2009

Homberger Eierstich

Bilder hochladenAm Samstag war der Biobauer aus Mühlhausen mit einem Marktstand auf dem Homberger Marktplatz vertreten und will zumindest diesen Sommer wieder regelmäßig dort erscheinen, daß erfuhren wir jedenfalls von dem jungen Mann, der den Stand betreute und nach Aussage des Biobauern Benjamin heisst.

Wir kauften an diesem Stand 10 Eier im Karton von BIOLAND und wir erfuhren von Benjamin, daß die Eier aus dem Hofladen des Biobauern aus Mühlhausen stammen. Bilder hochladenOb die Eier tatsächlich von BIOLAND sind, daran kommen uns nun erhebliche Zweifel. Was uns zuerst auffiel, ist, daß die Eier unterschiedlich groß sind, also unsortiert. Das unter Ei in der Mitte mit Stempel dient als Referenz-Ei und stammt von Edeka.

Die vermeintlichen BIOLAND-Eier vom Biobauer aus Mühlhausen sind alle ungestempelt, d. h. man kann weder feststellen, ob es sich tatsächlich um ein BIOLAND-Ei handelt und wo das Ei überhaupt herkommt. Im Eierkarton von BIOLAND befindet sich zwar ein Kontrollstempel, (0-DE-23457-2) doch nach der Überprüfung des Stempels auf der BIOLAND-Website erhält man den Hinweis, dass sich in der Datenbank kein Betrieb mit der eingegebenen Kontrollnummer befindet.

Auch ist das Mindesthaltbarkeitsdatum der Eier ebensowenig festzustellen, wie das Legedatum. Bilder hochladenNun verlangt man ja nicht, dass jedes Huhn das Ei jeweils selbst signiert. In jedem Fall muss ein echtes Bioprodukt die gesetzlich vorgeschriebene EWG-Kontrollstellen-Nummer (Beispiel: DE-001-Öko-Kontrollstelle) tragen. Diese Nummer bestätigt, dass das Produkt den Öko-Richtlinien der Europäischen Union entspricht und dass Landwirte sowie Lebensmittelhersteller regelmäßig kontrolliert werden. Die Nummer steht entweder in Kombination mit einem Öko-Label (wie z.B. dem staatlichen Bio-Siegel) oder einem anderen Label (wie z.B. Demeter oder Bioland) oder solo auf der Verpackung. Bilder hochladenWir wissen nun nicht wer die Eier gelegt hat, ok, dass es Hühner waren ist keine Frage, wobei man bei den kleinen Eiern fast eher auf Wachteln tippen möchte. Waren das nun glückliche Hühner aus Freilandhaltung, oder doch so arme, bemitleidenswerte Käfigviecher mit kahlen Hälsen und kaum noch Federn? Deutsche Hühner oder holländische? Bleibt also die Frage, was der Biobauer uns da auf dem Marktplatz in Homberg verkauft hat.

Doch warum nicht den Biobauer aus Mühlhausen einfach mal fragen wie sich das verhält. Mit dem Sachverhalt telefonisch konfrontiert und darauf angesprochen, meinte der Biobauer, er hätte selber gar keine Hühner, die Eier kämen von Zulieferbetrieben. Die Eier vom Marktplatzstand können auch von Benjamin sein, denn der hätte Legehennen.

Zwerghühner vermutlich.

Und wie ist das mit dem fehlenden Stempel, Herr Biobauer aus Mühlhausen und wie kann ich nun feststellen, wie lange die Eier haltbar sind? Die Antwort des Biobauern war kurz, einen Stempel müssten die Eier nicht haben und zweitens müsste ich weder wissen, wo die Eier herkommen, wie alt die sind, bzw. wie lange haltbar.

Ach so?

Für was gibt es aber dann die gesetzliche Verpflichtung aus dem Jahr 2004? Ab da muß jedes Ei EU-weit mit einer Öko-Kontrollstellennummer gekennzeichnet sein.

0: Steht für ökologische Erzeugung
1: Bedeutet Freilandhaltung – dabei ist auch die Fläche pro Huhn vorgeschrieben
2: Bedeutet Bodenhaltung – das Huhn läuft frei im Stall
3: Ist das traurige Zeugnis, dass dieses Huhn ein Leben lang in einem engen Käfig gehaust hat

Dahinter steht der Ländercode, also DE für Deutschland und dann noch die Nummer des Legebetriebs.

Das alles muss ich nicht unbedingt wissen? Interessante These, die der Biobauer da aufstellt. Das kann er denen erzählen, die sich nicht davon abbringen lassen, Mitglieder in seinem Mitgliederladen zu werden. Es soll ja Leute gben, die lassen sich auf so etwas ein. Ich nicht!

Wenn die Eier vom Marktstand des Biobauern tatsächlich von den Hühnern des Standbetreuers Benjamin stammen, dann frage ich mich, was die in einem Karton von BIOLAND zu suchen haben, mit nicht nachvollziehbarer Öko-Kontrollnummer und ohne Angabe des Haltbarkeitsdatums? Die Aussage, die Eier würden aus dem Hofladen des Biobauern stammen, würde dann ja auch kaum zutreffen.

Sonderbare Geschäftsgebaren.

Fragen wir doch mal, welche Regelungen für lose Eier gelten?
Die Verbraucherberatung Hessen schreibt dazu folgendes:
Lose Eier müssen ebenfalls mit dem Erzeugercode gestempelt sein. Wie die Hennen gehalten wurden, muss auf einem Schild angegeben sein. Bei sortierten Eiern ist über Güte- und Gewichtsklasse, Packstellennummer, Mindesthaltbarkeitsdatum und den sogenannten Verbraucherhinweis schriftlich zu informieren.
Für Eier, die der Erzeuger unmittelbar an den Endverbraucher abgibt (ab Hof, auf einem örtlichen Markt oder im Verkauf an der Tür), gelten Ausnahmeregelungen.

Sie müssen unsortiert und unverpackt angeboten werden. Angaben über Güte- und Gewichtsklasse oder Fütterungsart sind nicht erlaubt. Angegeben sein müssen aber auf einem Schild Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbraucherhinweis. Außerdem müssen Eier, die der Erzeuger auf einem örtlichen öffentlichen Markt (Wochenmarkt) abgibt, mit dem Erzeugercode gestempelt werden.
Wenn Sie mit der Maus auf die Bilder im Text klicken, dann sehen Sie, was auf dem Karton von BIOLAND vorhanden, bzw, nicht vorhanden ist.

Tja Herr Biobauer und nun?

Wir haben heute Morgen zum Frühstück Eier vom "Eiermann" gegessen,, dass ist der, der immer mit den blauen Autos herumfährt. Die waren gestempelt, die Eier, nicht die Autos und haben superlecker geschmeckt.

Da kostet das Ei auch nur 20 Cent und nicht wucherige 25 Cent wie beim Biobauern, wo man nicht weiß, wo die herkommen.

Ich denke mal, der Kauf von Bioware ist auch Vertrauensache, sonst muss man keine Bioware kaufen. Ich persönlich kann dieses Vertrauen dem Biobauern aus Mühlhausen nicht entgegenbringen. Die vermeintlichen BIOLAND-Eier vom Biobauern essen wir mal lieber nicht.

Ich warte da lieber, bis der "Landmarkt" im REWE eröffnet und dann gibts ja auch noch LIDL, ALDI und HERKULES mit ihrem Bioangebot und garantiert gestempelten Eiern.

Samstag, 20. Juni 2009

Homberg (Efze) ist Spitze...

... wenn es um Kosten- und Gebührentreiberei geht.

Bilder hochladenAm 15.06.09 wurde auf der Stadtverordneten-versammlung beschlossen, die Abwassergebühren pro Kubikmeter ab 1. Januar 2010 auf 4,48 Euro festzusetzen. Ein Kubikmeter Wasser kostet 1,93 Euro. Da wird Duschen und Baden zum teuren Vergnügen. Bereits ab 1. Juli d. Jahres erhöht sich der Preis für einen Kubikmeter Abwasser auf 4,18 Euro, zur Eingewöhnung sozusagen.

Vielleicht sollte man zum Duschen und Baden demnächst nach Melsungen fahren, denn da kostet der Kubikmeter Wasser 1,26 Euro und das Abwasser pro Kubikmeter 2,15 Euro. Auch Fritzlar zockt seine Bürger nicht ab. Dort kostet der Kubikmeter Wasser 1,93 Euro, wie in Homberg, für den Kubikmeter Abwasser müssen die Fritzlarer allerdings nur 2,90 Euro bezahlen. Gudensberg kann es etwas günstiger als Fritzlar: Wasser pro Kubikmeter 1,61 Euro, Abwasser 2,95 Euro.

Bei einem Jahresdurchschnittsverbrauch von ca. 50 Kubikmeter Wasser für einen Zweipersonenhaushalt zockt die Stadt Homberg demnächst mit 320,50 Euro/Jahr ab.

In Melsungen dagegen herrschen paradiesische Zustände, da fallen 170,50 Euro/Jahr für Wasser und Abwasser an.

Gudensberg verlangt 228,00 Euro für das o. a. Beispiel.

In Fritzlar fallen pro Jahr 241,50 Euro an.

Alles nichts gegen die Abzocke, die die Homberger Parteifraktionen beschlossen haben. Leben in Homberg ist teuer und wird noch teurer werden. Die Preistreiberei hat noch lange kein Ende.

In Homberg haben sich die Stadtverordneten entschieden, die Erschliessungskosten der Abwasserversorgung auf die Abwassergebühren umzulegen.

Als Mieter ist man dann in Homberg ganz blöde dran. Erschließungsbeiträge, die eine Gemeinde z.B. für den Straßenbau erhebt, dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden. Erschließungkosten gelten als Teil der Investititionskosten für das Gebäudegrundstück.

In Homberg bezahlen die Mieter nun aber die Erschliessungskosten über die verbrauchsabhängigen Abwassergebühren mit. Finanzieren also über diesen Weg die Erschliessungskosten, die der Vermieter nicht auf die Mieter umlegen darf. Damit finanzieren sie dem Vermieter unzulässigerweise die Investitionskosten für sein Gebäudegrundstück.

Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Wenn’s um’s raffen geht, dann sind sich alle Homberger Parteifraktionen einig, nur wenn man sich profilieren will, dann hackt man schon mal ein wenig nach den anderen, aber ernstlich weh tun will man sich natürlich nicht.

(Bildquelle: knipseline - pixelio.de)
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